BGH-Urteil: Sanierungspflicht gilt auch für marode Immobilien Montag, 18. Oktober 2021

Eigentümer dürfen eine Immobilie nicht dem Verfall überlassen, um dann ein Nutzungsverbot zu erlassen. Die Sanierungspflicht gilt laut Bundesgerichtshof (BGH) auch für marode Bauten – sogar dann, wenn die Sanierungskosten den Wert der Immobilie überschreiten. Es gibt allerdings Ausnahmen.
Eine Zerstörung durch Ausnahmeereignisse wie Brände oder Naturkatastrophen kann Eigentümer von der Sanierungspflicht befreien. Eine Immobilie einfach verfallen lassen in der Hoffnung, an gleicher Stelle einen Neubau zu errichten, ist aber nicht möglich. Im verhandelten Fall ging es um ein Parkhaus, das Urteil besitzt aber auch Gültigkeit für Wohnimmobilien.
Eine Begründung des Urteils mit O-Tönen der zuständigen Richterin gibt es auch zum Anhören auf Tagesschau.de [2:10 Min.].

Nach erfolgreicher Sondierung: Das sind die Pläne der Ampel-Koalition fürs Wohnen Montag, 18. Oktober 2021

Eine Ampel-Koalition als nächste Regierung in Deutschland wird immer wahrscheinlicher: Nach aussichtsreichen Sondierungen zwischen SPD, Grünen und FDP beginnen nun Koalitionsgespräche. Ein Sondierungspapier gibt bereits einen Vorgeschmack auf die inhaltlichen Zielsetzungen des Bündnisses – auch zum Thema „Wohnen und Bauen“.
400.000 neue Wohnungen sollen in Deutschland unter einer neuen Regierung jährlich entstehen, ein Viertel davon im geförderten Wohnungsbau. Ein runder Tisch soll alle Beteiligten zusammenführen, um gemeinsame Lösungen für bezahlbares Wohnen zu erarbeiten. Ein bundesweiter Mietendeckel scheint aber keine Option zu sein, zumindest nach dem Sondierungspapier. Wohl aber sollen bereits geltende Mieterschutzregelungen in angespannten Märkten geprüft und ggf. verlängert werden. Die Sanierung von Gebäuden nach modernen Klimaschutzstandards soll zudem noch stärker gefördert werden.
Die Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft reagieren erleichtert auf die Pläne der voraussichtlich neuen Regierung: Die Immobilienzeitung hat erste Reaktionen aus der Branche eingeholt.

Gaspreis-Explosion: Wo Familien am meisten draufzahlen Mittwoch, 13. Oktober 2021

Erdgas ist aktuell doppelt so teuer wie vor einem Jahr. Viele Stadtwerke geben die Preiserhöhungen an die Verbraucher weiter. Wie viel diese am Jahresende mehr zahlen müssen, unterscheidet sich stark. Besonders hart trifft es Familien in einer bayerischen Mittelstadt.
In Memmingen muss ein durchschnittlicher Single-Haushalt auf 60-Quadratmetern mit zusätzlichen Kosten von 236 Euro rechnen. Eine Familie, die auf 100 Quadratmetern lebt, benötigt im Schnitt 530 Euro mehr pro Jahr. Grund ist eine Preiserhöhung des dortigen Stadtwerks von 68 Prozent, wie eine Auswertung des Vergleichsportals Check24 zeigt. Demnach planen 61 Stadtwerke Preiserhöhungen, im Schnitt um mehr als 12 Prozent.

Bieterschlacht bei Wohnungsbesichtigung – und Makler mittendrin Montag, 11. Oktober 2021

Bei Besichtigungsterminen wird es immer ruppiger, wie Mirjam Mohr, Vorständin beim Kreditvermittler Interhyp, berichtet. Zwischen Eigentümer und Makler kommt es immer häufiger zu regelrechten Bieterschlachten.
Besonders in den begehrten Großstädten müssen Käufer nicht nur sehr schnell sein, sondern im besten Fall auch ausreichend Budget mitbringen. So sei es laut Mohr keine Seltenheit mehr, dass Wohnungen nach dem Bieterverfahren vergeben werden. Doch das Gerangel um Wohnungen geht inzwischen noch weiter: Selbst, wenn ein fester Preis steht, passiert es immer häufiger, dass Kaufinteressenten durchblicken lassen, dass sie auch mehr zahlen würden, um so den Zuschlag zu bekommen.

Warnung vor Wohnungsnot bei Studenten Montag, 11. Oktober 2021

Das Deutsche Studentenwerk (DSW) warnt vor einer Wohnungsnot bei Studenten. Bund und Länder haben zwar viele neue Studienplätze geschaffen, doch an bezahlbarem Wohnraum für Studenten mangelt es in vielen Städten. Ein Bericht schlüsselt auf, wo die Lage besonders schlimm ist.
So haben sich für das gestartet Wintersemester laut DSW in München 15.000 Studierende auf die Warteliste für ein Wohnheim setzen lassen. In Berlin sind 4.000 und in Frankfurt 3.000 Studenten. Insgesamt können Studentenwerke deutschlandweit weniger als 10 Prozent der Hochschüler unterbringen. Die Folge: In den Großstädten drängen die Studenten auf die sowieso engen Mietmärkte.

Baupreise: Historischer Anstieg Montag, 11. Oktober 2021

Plus 12,6 Prozent – seit 1970 (+ 13,1 Prozent) wurde im Vergleich zum Vorjahresmonat kein größerer Kostenanstieg für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude gemessen als im August 2021. Das teilt das Statistische Bundesamt mit.
Die Gründe dafür sind die weiterhin hohe Nachfrage, Lieferengpässe bei Baumaterialien und die Mehrwertsteuer. Die wurde vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 gesenkt, um den Konsum in der Coronakrise anzukurbeln. Danach stieg sie wieder und verteuerte auch die Endpreise. Ohne den Mehrwertsteuereffekt wären die Baukosten um 9,7 Prozent gegenüber August 2020 gestiegen.

Bauland in BaWü: Einheimische bevorzugt Dienstag, 05. Oktober 2021

Bis zu 100 Interessenten für einen Bauplatz – in manchen Gemeinden in Baden-Württemberg ist das Realität. Vermehrt kommt die Nachfrage aus der Stadt, wie eine immowelt Studie bereits im März herausgefunden hat. Die Chancen Einheimischer auf einen Bauplatz sinken dadurch. Baden-Württembergs CDU will deshalb Einwohner bevorzugen, wenn Kommunen Grundstücke verkaufen. „Jungen Familien aus dem Ort und Menschen, die für den Ort Verantwortung übernehmen, muss rechtssicher ein solches Wohnbaugrundstück zugewiesen werden dürfen“, fordert Steffen Jäger, Präsident des Gemeindetages. Ein solches Modell sei auch bundesweit eine Option, damit „sozial schwache und schon lange ortsansässige Bürger Baugrundstücke oder Mietwohnungen auch preisgünstiger erhalten“, sagt Bernd Düsterdiek, Städtebaufachmann des Deutschen Städte- und Gemeindebundes.

Investition in Immobilien aktuell sinnvoll? Dienstag, 05. Oktober 2021

Die Inflationsrate in Deutschland ist so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr – weltweit sieht es nicht viel anders aus. Die Folgen könnten ein Mix aus steigenden Zinsen, hohen Preisen und sinkenden Renditen sein. Also Finger weg von Immobilien? Nicht unbedingt, meinen Experten. Der durchschnittliche Zinssatz für Baugeld bleibe beispielsweise auch „in den kommenden Wochen auf einem ausgesprochen niedrigen Niveau“, prognostiziert Michael Neumann, Vorstandschef des Finanzierungsvermittlers Dr. Klein, gegenüber dem Handelsblatt. Dem pflichtet auch Finanzexperte Kurt Neuwirth, denn die Inflationsrate sei „vorübergehend und nicht nachhaltig“. Die steigenden Immobilienpreise sind dagegen sehr wohl nachhaltig, sodass die Rendite bei Immobilien immer geringer werde.

Wahl: „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ gewinnt Quorum Montag, 27. September 2021

Berlin stimmte gestern auch über den Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ ab. Nach Auszählung von 90 Prozent aller Wahlbezirke stimmten 56,4 Prozent der Wahlberechtigen mit „Ja“, 39 Prozent stimmten mit „Nein“. Der ebenfalls frisch gewählte Senat scheint diesem Volksbegehren aber schon jetzt Wind aus den Segeln zu nehmen. Berlins SPD-Spitzenkandidatin, Franziska Giffey, erzielte bei den Senatswahlen die meisten Stimmen, lehnt eine Enteignung aber ab. Selbst für die grüne Spitzenkandidatin, Bettina Jarasch, ist Enteignen nur die letzte Option. Das Gesetz nimmt den Senat ohnehin nicht in die Pflicht, ein entsprechendes Gesetz auszuarbeiten.

Bundestagswahl: Soziale Sicherheit und Klima geben den Ausschlag Montag, 27. September 2021

Das amtliche Ergebnis der Bundestagswahl steht fest. Die SPD schlägt die historisch schlechte Union, Grüne und FDP reihen sich mit Rekordergebnissen ein. Eine erste Analyse zeigt: Die soziale Sicherheit war ein Kernthema der Wahl – dazu zählt auch bezahlbarer Wohnraum für breite Gesellschaftsschichten. Ist die Union hier gescheitert? Offenbar haben CDU/CSU viele Wähler verloren, denen die Themen soziale Sicherheit und Klima durchaus wichtig sind – und die sich nun bei SPD oder Grünen besser aufgehoben fühlen.

Steigende Mieten: Das Hühnerei ist schuld Dienstag, 21. September 2021

Der Indexmietvertrag wird bei Vermietern immer beliebter. In ihm ist geregelt, dass die Miete in Höhe der Inflationsrate steigt. Das wird für Mieter jetzt zum Problem. Denn während die Inflationsrate im vergangenen Jahr praktisch bei Null lag, zieht diese aktuell kräftig an: Zuletzt stiegen die Lebenshaltungskosten um fast vier Prozent. Grund sind steigende Preise für Energie und Lebensmittel: Wird das Hühnerei teurer, steigt dann automatisch die Miete.

Berliner Megadeal: Verwaltungsgericht zwingt zur Bekanntgabe von Details und Kaufpreis Dienstag, 21. September 2021

Das Verwaltungsgericht Berlin zwingt die Berliner Finanzverwaltung, Details und Kaufpreise zum Berliner Megadeal offenzulegen: Demnach zahlen die drei landeseigenen Gesellschaften Berlinovo, Degewo und Howoge den Wohnungsriesen Deutsche Wohnen und Vonovia 2,46 Milliarden Euro für 14.750 Wohnungen und 450 Gewerbeeinheiten. Zudem wurde auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben, in welchen Stadtteilen sich die Einheiten befinden.

Eigentümer verschätzen sich beim Wert ihrer Immobilie Dienstag, 21. September 2021

Vielleicht sind es die ständigen Meldungen von steigenden Immobilienpreisen, die Eigentümern die Eurozeichen in die Augen treiben: Sie denken über den Verkauf der eigenen Immobilie nach und haben deutlich überzogene Preisvorstellungen. Das gilt für 71 Prozent der Eigentümer, wie eine Umfrage unter Maklern zeigt. Das hat auch Folgen für die Vermarktung.
Denn ein zu hoher Preis ist nicht unbedingt ein Käufermagnet. Dauert die Vermarktung länger, als es eigentlich sein müsste, liegt das in 73 Prozent der Fälle an übersteigerten Preiserwartungen der Verkäufer.

Klimaschutz macht leistbares Wohnen fast unmöglich Dienstag, 21. September 2021

Zwei der wichtigsten gesellschaftlichen Themen sind derzeit der Klimaschutz und leistbares Wohnen. Beides könnte unvereinbar sein, denn irgendwer muss für all die gedämmten Hausfassaden, Fenster mit Dreifachverglasung und Stromheizungen ja bezahlen. Eine Studie nennt nun konkrete Zahlen.
Bis 2050 will Deutschland klimaneutral sein und dazu gehört auch der Gebäudesektor. Doch wer soll all die Investitionen tragen? Mieter und Eigentümer selbstgenutzter Häuschen können das kaum sein, denn das würde Wohnen noch teurer machen – was kaum ein Politiker will. Allein in Hessen würden Kosten in Höhe von 1,23 Milliarden Euro jährlich entstehen. Die Lösung laut Studie: mehr Förderung.

Hohe Mietbelastung in Großstädten bei Fachkräften Mittwoch, 15. September 2021

In Deutschlands größten Städten stehen die Mieten in einem Missverhältnis zum Durchschnittseinkommen. Fachkräfte müssen häufig mehr als 30 Prozent vom Gehalt fürs Wohnen ausgeben. Manche Berufsgruppen müssen sogar fast die Hälfte aufbringen.

Immobilienkauf für Junge immer schwerer Mittwoch, 15. September 2021

Junge Menschen haben immer größere Schwierigkeiten, Wohneigentum zu kaufen. Bei der repräsentativen Umfrage gaben 90 Prozent an, dass der Immobilienkauf für Unter-35-Jährige schwieriger zu stemmen ist als noch vor einigen Jahren.
In der Online-Befragung, die von der BHW Bausparkasse in Auftrag gegeben wurde, gaben 48 Prozent der Befragten die hohen Immobilienpreise als Hauptgrund an. Weitere Gründe sind gestiegene Baukosten (36 Prozent) und zu wenig Eigenkapital (25 Prozent).

Verbraucherschützer für Versicherungspflicht gegen Hochwasser und Starkregen Donnerstag, 09. September 2021

Die Flutkatastrophe im Juli hat laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) allein versicherte Schäden von 7 Milliarden Euro verursacht. Die tatsächlichen Schäden sind aber deutlich höher, da nur 46 Prozent der Hauseigentümer gegen Naturkatastrophen wie Hochwasser und Starkregen versichert sind. Verbraucherschützer fordern deswegen eine Versicherungspflicht gegen Elementarschäden.

Warum pompöse Luxusbauten in Deutschland selbst zu Billigpreisen nicht verkauft werden Donnerstag, 09. September 2021

Wohnen wie einst die preußische Königin – klingt erst mal wie ein Traum. Und man könnte meinen, dass traditionsreiche Luxusschlösser auch bei den Superreichen hoch im Kurs stehen. Die Domizile liegen meist fernab des städtischen Trubels im satten Grün und verfügen oft über eigenwillige Extras wie kleine Kapellen oder Ballsäle. Wie die „Wirtschaftswoche“ (WiWo) berichtet, finden sich für viele der Prunkbauten aber selbst zu Billigpreisen keine Käufer.

Parteien im Verwalter-Check Dienstag, 07. September 2021

Welche Parteien vertreten die Interessen von Immobilienverwaltern am besten? Mit dieser Frage hat sich der Verband der Immobilienverwalter (VDIV) Deutschland beschäftigt und die Positionen in den Bereichen Bauen, Wohnen, Klima, Energie und Arbeitsmarkt einander gegenübergestellt.