zurück

Warnung vor Wohnungsnot bei Studenten

Montag, 11. Oktober 2021

STUDENTENWERK WARNT VOR WOHNUNGSNOT IM WINTERSEMESTER

Wohnraum ist in Deutschland ein knappes Gut – das spüren auch die Studierenden. Die Zahl der Wohnheimplätze reicht derzeit nicht einmal für zehn Prozent von ihnen.

Für das beginnende Wintersemester fehlen nach Einschätzung des Deutschen Studentenwerks (DSW) Zehntausende günstige Wohnungen und Zimmer. In München hätten sich 15.000 Studentinnen und Studenten auf Wartelisten für Wohnheimplätze eingetragen, in Berlin 4.000, in Frankfurt am Main 3.000 und in Heidelberg 2.300, wie der Spiegel berichtete. 

„Bund und Länder haben viele zusätzliche Studienplätze geschaffen, aber leider zu wenig Wohnheimplätze. Das rächt sich nun“, sagte DSW-Generalsekretär Matthias Anbuhl dem Magazin und forderte eine Bund-Länder-Offensive für mehr bezahlbaren Wohnraum für Studentinnen und Studenten. Bisher bieten die Studentenwerke 196.000 Wohnheimplätze an – das reiche für nicht einmal zehn Prozent der Hochschüler. 

In Deutschland bleibt der Wohnungsmarkt generell vor allem in den Großstädten prekär. Es fehlen kleine, günstige Wohnungen, für ärmere Haushalte ist die Miete ein großes finanzielles Problem. Fast jeder zweite der rund 8,4 Millionen Haushalte mit einer Mietwohnung in einer deutschen Großstadt gibt mehr als 30 Prozent seines Nettoeinkommens für die Miete aus, wie die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung im Sommer berichtete. Demnach muss gut ein Viertel der Haushalte mindestens 40 Prozent des Einkommens für Warmmiete und Nebenkosten aufwenden. Knapp zwölf Prozent der Großstadthaushalte benötigten sogar mehr als die Hälfte ihres Einkommens für die Miete.