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Niedrige Zinsen sorgen für Rekordhoch bei Immobilienkrediten

Dienstag, 02. November 2021

Immobilienkredite auf Rekordhoch

Trotz steigender Inflationszahlen hält die EZB das Zinsniveau extrem niedrig. Darüber freuen sich Immobilienkäufer und Bauherren.

Das anhaltend niedrige Zinsumfeld sorgt am Immobilienmarkt in Deutschland weiter für reges Treiben – insbesondere bei der Kreditvergabe. Wie eine Studie der Wirtschaftsberatung Pricewaterhouse Coopers (PwC) zeigt, wird 2021 vermutlich ein Rekordjahr für die Geldhäuser, die Hypothekenkredite vergeben. 

Laut PwC betrug das Neugeschäft der Institute in diesem Segment in den Monaten Januar bis Juli 2021 insgesamt 170 Milliarden Euro. Damit befinde sich der Markt auf Rekordkurs, so die Beratungsfirma. Im Vorjahr standen zum gleichen Zeitpunkt neue Kredite im Volumen von 162 Milliarden Euro in den Büchern, was zu einem Neugeschäft im Gesamtjahr 2020 in Höhe von 273 Milliarden Euro führte – der bisherige Rekordwert seit Beginn der Aufzeichnungen.

Insgesamt wächst das Immobilienkreditgeschäft der Banken in diesem Jahr bislang im Schnitt um 7,3 Prozent, so die Studie. Auch das ist ein Höchstwert seit vielen Jahren, nach einem Plus von bereits beachtlichen 6,6 Prozent im Jahr zuvor.

Baufinanzierungen bleiben laut PwC damit die größte und am schnellsten wachsende Kreditkategorie deutscher Banken und Sparkassen. Insgesamt beträgt der Kreditbestand der Institute in diesem Bereich demnach inzwischen 1,44 Billionen Euro.

Gewinnmargen der Banken sinken

„Angesichts des günstigen Zinsumfelds und der Immobilienpreisentwicklung dürfte das kräftige Wachstum im deutschen Baufinanzierungsgeschäft erst einmal anhalten“, sagt Tomas Rederer, Partner und Head of Financial Services Management Consulting bei PwC Deutschland. Allerdings steige auch der Wettbewerb um den Kunden, so Rederer. „Banken benötigen digitale Plattformen und moderne Datenanalysen, um ihre Kunden in allen Phasen des Immobilienerwerbs aktiv begleiten zu können.“

Der zunehmende Wettbewerb macht sich laut PwC auch in sinkenden Margen bemerkbar, die die Banken und Sparkassen im Immobilienkreditgeschäft erzielen. Lag die Netto-Gewinnmarge nach Refinanzierungskosten im vergangenen Jahr im Durchschnitt noch bei 1,12 Prozent, so sind es inzwischen nur noch 1,05 Prozent, so die Analyse. Bei zuletzt insgesamt steigenden Zinsen falle es Banken häufig schwerer, zeitgleich höhere Zinsen gegenüber den Kunden durchzusetzen, so Rederer.

Den größten Marktanteil am Immobilienkreditgeschäft haben hierzulande nach wie vor die Sparkassen, wenngleich deren Anteil am Gesamtgeschäftsvolumen zuletzt auf 30,8 Prozent leicht sank. Auf Platz zwei folgen die privaten Banken mit 26,6 Prozent und auf Platz drei die Genossenschaftsbanken mit 25,1 Prozent. Bausparkassen kommen im Immobilienkreditgeschäft auf einen Marktanteil von 12,6 Prozent, so die Analyse von PwC.